Robert Salomon

Robert Otto Salomon wurde am 5. Dezember 1885 in Niederbieber geboren. Er heiratete am 13.11.1911 vor dem Standesamt Treis Olga Abraham, geboren am 19.12.1886 in Treis/Mosel.
Das Ehepaar wohnte in Niederbieber, Wiedbachstraße 25 (heute: Neuwied, Stadtteil Niederbieber), und führte ein Textil- und Kolonialwarengeschäft.

Über das Schicksal von Robert Salomon ist nichts bekannt, das Gedenkbuch vermerkt lediglich, dass er deportiert wurde.

Die Eltern

Die Eltern waren Sigmund (genannt Seligmann) Salomon, geboren am 1. Mai 1854, gestorben am 7. November 1921, und Amalie, geb. Ahrweiler, geboren am 18. Oktober 1852, gestorben am 9. März 1912. Beide sind auf dem Jüdischen Friedhof in Neuwied-Niederbieber beigesetzt (Block B 327 a. und 327 b.).

Die Kinder

Die Tochter Gertrud (Trude) geboren am 18. August 1922 in Niederbieber, soll laut Gestapokartei 1937/38 über Genua ausgewandert sein. Zuvor wurde ihr zweimal die Ausstellung eines Reisepasses für Italien abgelehnt. Sie heiratete am 28. März 1946 in New York, den aus Iserlohn (Westfalen) stammenden Siegbert Strauß. Sie bekamen zwei Söhne. Siegbert Strauss diente in der 28th Division, die das Rheinland von der Naziherrschaft befreite. Trude Strauss wird namentlich in einer Aufstellung ehemaliger jüdischer Mitbürger benannt, die Kontakte zum Deutsch-Israelischen Freundeskreis Neuwied hatten.

Der Tochter Anneliese, geboren am 24. Oktober 1914 in Niederbieber, gelang die Flucht nach England. Sie war verheiratet mit David Bolchover, geboren am 8. Januar 1915. Sie bekamen drei Kinder. Anneliese Bolchover starb im April 1987 in Stockport, Greater Manchester, England.

Die Geschwister

Robert Salomons Bruder Rudolf David wurde am 15. November 1880 in Niederbieber geboren. Er und seine Ehefrau Elisa, geborene Oster, wurden Opfer der Shoa.
Aus der Ehe waren drei Kinder hervorgegangen: Otto, geboren am 6. Juni 1910 in Niederbieber, war Viehhändler. Er überlebte den Holocaust und wird namentlich in einer Aufstellung ehemaliger jüdischer Mitbürger benannt, die Kontakte zum Deutsch-Israelischen Freundeskreis Neuwied hatten.
Martin, geboren am 2. Juni 1914 in Niederbieber, arbeitete als Metzger. Laut einem Eintrag in der Gestapokartei vom 10.8.1937 beabsichtigte er, nach Amerika auszuwandern. Über sein weiteres Schicksal ist nichts bekannt.
Die Tochter Mirjam, geboren am 9. April 1918 in Neuwied arbeitete als Modistin. Sie lebte 1945 als Miriam Salomon Levy in New York (USA).

Robert Salomons jüngerer Bruder Oskar, geboren am 29. November 1882 in Niederbieber, arbeitete als Viehhändler. Er heiratete am 16. Oktober 1910 in Esch/Taunus Rosa Löwenstein. Sie starb am 7. November 1935 in Niederbieber. Sie ist eine Schwester von Selma Hermann, geborene Löwenstein, die in Heddesdorf (heute Neuwied) lebte. Oskar Salomon verlässt mit in Stuttgart am 31. Mai 1941 ausgestellten Reisedokumenten Deutschland. Am 1. August 1941 emigriert er mit dem Schiff von Barcelona (Spanien) aus nach New York (USA). Er starb im Dezember 1963 in New York.
Der Sohn von Oskar und Rosa, Max, geboren am 16. Februar 1916 in Niederbieber, arbeitete als Metzger. Er beabsichtigte – laut Eintrag in der Gestapokartei vom 21.5.1938 – auszuwandern. Mit in Stuttgart am 23.5.1938 ausgestellten Reisedokumenten emigrierte er alleine am 22. Juni 1938 von Hamburg aus nach New York (USA). Dort heiratet er eine deutsche Emigrantin und hatte mit ihr drei Kinder. Er arbeitete im Großhandel der Fleischindustrie. 1953 heiratet er ein zweites Mal. Am 17.September 2007 starb er in Florida.
Die Tochter von Oskar und Rosa, Amalie (Malli), geboren am 15. Oktober 1920 in Niederbieber, floh am 5.6.1939  – laut Eintrag in der Gestapokartei vom 20.6.1939 – nach England. Im September 1981 besuchte Malli Moore, geborene Salomon, zusammen mit ihrem Ehemann und ihrem Bruder Max Niederbieber – inzwischen ein Stadtteil von Neuwied.

Die Schwester von Robert und Oskar, Johanna Luise, geboren 15. Juli 1890, war ledig und arbeitete als Krankenpflegerin in der Jacobyschen Heil- und Pflegeanstalt für Nerven- und Gemütskranke, Hindenburgstraße 49, in Sayn bei Koblenz. Dort starb sie am 25. Mai 1939.

 

Quellen:

GEDENKBUCH des Bundesarchivs für die Opfer der nationalsozialistischen Judenverfolgung in Deutschland (1933-1945)

YAD VASHEM, Jerusalem

StA Heddesdorf Geburtsregister Nr. 355/1885

StA Heddesdorf Geburtsregister Nr. 257/1890

StA Treis Heiratsregister Nr. 26/1911

StA Heddesdorf Geburtsregister Nr. 353/1880

StA Heddesdorf Geburtsregister Nr. 380/1882

StA Heddesdorf Geburtsregister Nr. 257/1890

StA Heddesdorf Sterberegister Nr. 92/1935

StA Bendorf Sterberegister Nr. 50/1939

Franz Regnery: Die Jüdische Gemeinde Neuwied (Neuwied 1988), S. 444

http://www.fdrlibrary.marist.edu/_resources/images/wrb/wrb0288.pdf

https://www.geni.com/people/Anneliese-Bolchover/6000000020735864109

https://www.wikitree.com/wiki/Salomon-50

https://www.wikitree.com/wiki/Salomon-40

https://www.legacy.com/guestbooks/nytimes/siegbert-straus-sponsor-guestbook/3045817?cid=keep

 

b_120_0_16777215_00_images_Stolpersteine_Stein229.jpg
Die Heiratsanzeige von Siegbert und Trude Straus, erschienen in der jüdischen Zeitung "Aufbau" vom 4.6.1946
Heiratsanzeige von Trude und Siegbert Straus aus der jüdischen Zeitung "Aufbau" vom 4. 6. 1946)
 
Wir setzen Cookies zur optimalen Nutzung unserer Website ein. Nähere Informationen dazu finden Sie »hier
Fortfahren